Praxis der Funktio­nalen Stimm­therapie

Die Idee für das Buch entstand aus dem Bedürfnis, die Ergebnisse unserer Forschungsarbeit auch für andere Therapeuten sowie Pädagogen und Mediziner nutzbar zu machen.

In den Supervisionen, Therapien und Gesangsstunden mit Studierenden, Patienten und Schülern haben wir die Theorien über die Funktion der Stimme hinterfragt. Im interdisziplinäre Austausch mit kooperierenden HNO-Ärzten und Phoniatern konnten wir bestätigen: die unmittelbare Arbeit an Stimmklang und -funktion führt zu stimmlicher Entwicklung, die sich sowohl im subjektiven Empfinden, in der Leistungsfähigkeit der Stimme als auch in strukturellen Veränderungen des laryngeologischen Befunds nachweisen lässt.

Die therapeutischen und pädagogischen Konsequenzen, die sich aus unserer Arbeit ergeben, sind in dem Buch zusammengefasst. Phoniatrisches Bildmaterial in Form von Videodateien verdeutlichen unsere Ergebnisse.

Ein umfangreicher Praxisteil stellt verschiedene Übungskategorien vor, die die Stimme in Ihrer Funktionalität stimulieren und in ihrer Selbstorganisation nachhaltig unterstützen können. Audiodateien helfen beim Erlernen der Übungen.

Starke Stimmen

Logopäden, Sprachtherapeuten, Atem-, Sprech- und Stimmlehrern sowie Gesangslehrern und Stimmbildnern bietet dieses Praxisbuch eine Anleitung zum Einsatz der verschiedenen Ansätze der funktionalen Stimmarbeit, die konsequent auf der Grundlage der Gesetze der Stimmfunktion aufgebaut ist. Es vermittelt dem Leser anschaulich die für das Verständnis dieser Methode der Stimmtherapie notwendigen Grundlagen und unterstützt ihn praxisnah mit vielen Übungen zur direkten Arbeit an Stimmklang und -funktion.

Aus dem Inhalt

Theoretische und therapeutische Grundlagen

Physiologische Zusammenhänge

Die Kunst funktionaler Fragepädagogik

Ausführliche Anleitungen zur Durchführung von Übungen, deren funktionale Bedeutung, Variationen sowie Vorschlägen zu weiterem Vorgehen

Arbeitsbögen für eine funktionale Befunderhebung

 

Leseprobe

Taschenbuch, 249 Seiten. Springer Verlag, 2015. ISBN 978-3662466049.

Weitere Informationen sowie eine Bestellmöglichkeit gibt es beim Springer Verlag:
springer.com/de/book/9783662466049

„Das Autorenteam Wiltrud Föcking und Marco Parrino entführt die stimmtherapeutische Fachwelt auf fachlich hohem Niveau in die anregende Praxis der Funktionalen Stimmtherapie. … Dem ausführlichen Praxisanteil – mit 150 Übungen! – ist ein systematisch ansprechender Theorieteil vorangestellt. Unter dem Aspekt „Fazit“ werden die Kernaussagen eines jeden Kapitels resümierend dargestellt. Die für die therapeutische Praxis relevanten Schlussfolgerungen werden in den jeweiligen Kapiteln extra hervorgehoben. Zahlreiche schematische Darstellungen ermöglichen ein ergänzendes und vertiefendes Verstehen der Inhalte.“
Sprechblase
Stephanie Lehmann
in: Bundesverband Deutscher Schulen für Logopädie e.V., bdsl-ev.de, 2017
„ ... ein erster, praxisorientierter Leitfaden zum funktionalen Ansatz in der Stimmtherapie vor, der sowohl unerfahrene als auch fortgeschrittene Stimmtherapeuten in die Theorie der Stimmphysiologie aus funktionaler Sicht einführt und wertvolle, strukturierte Anregungen für die direkte Arbeit an der Stimmfunktion liefert.“
Sprechblase
Katharina Feldmann
in: Sprache Stimme Gehör, thieme.de, Januar 2016
„Für jeden mit Stimmtherapie befassten Logopäden ist dieses Buch eine Fundgrube hochqualitativer Art. ... Hier kann man sich Herangehensweisen vorstellen, ableiten und eigene Erfahrungen reflektieren. ... Funktionale Arbeit aber wird von diesem gut strukturierten, sehr lesbaren, schön visualisiertem Buch umfassend erläutert. Man bekommt viel Lust, immer wieder darin zu stöbern oder besser sich bei den Autoren fortbilden zu lassen. Übungen, die man selber kennt, überdenkt man neu oder findet diese bestätigt.“
Sprechblase
Peter Dicks
in: Forum Logopädie, Jg. 30, Heft 1, 2016

Rezensionen

Das Autorenteam Wiltrud Föcking und Marco Parrino entführt die stimmtherapeutische Fachwelt auf fachlich hohem Niveau in die anregende Praxis der Funktionalen Stimmtherapie. Das Buch leitet seine Leserschaft mittels eines stringent didaktischen und optisch klar gegliederten Aufbaus durch die Inhalte. Dem ausführlichen Praxisanteil – mit 150 Übungen! – ist ein systematisch ansprechender Theorieteil vorangestellt. Unter dem Aspekt „Fazit“ werden die Kernaussagen eines jeden Kapitels resümierend dargestellt. Die für die therapeutische Praxis relevanten Schlussfolgerungen werden in den jeweiligen Kapiteln extra hervorgehoben. Zahlreiche schematische Darstellungen ermöglichen ein ergänzendes und vertiefendes Verstehen der Inhalte.

Die beiden Autoren liefern dem Leser einen fundierten sowie differenzierten theoretischen Hintergrund der Methode. Sie erklären anschaulich die Stimmgebung als selbstorganisiertes System mit ihren immanenten Funktionen und leiten übergeordnete Prinzipien, sogenannte Ordner, der Stimmfunktionen ab. Die anatomischen/physiologischen Grundlagen der Stimmgebung werden prägnant und verständlich dargelegt. Föcking und Parrino räumen auch mit tradierten Vorstellungen der stimmtherapeutischen Praxis auf. So hinterfragen sie kritisch den Einfluss der „Körperresonanz“ auf die Stimmgebung, den isolierten Einsatz von Tonusübungen sowie die oft ohne Glottis- und Klangbezug praktizierte Arbeit in den Bereichen Atmung und Artikulation.

Das spannende Kapitel Rhythmus sowie das Unterkapitel Psyche und Stimme könnten in ihrer Argumentation gern noch differenzierter und ausführlicher sein. Die Stimmbefundung ist als Zugabe in Form eines Befundbogens im Serviceteil verortet. Die Leser dürfen vielleicht auf eine sich anschließende Publikation zur Durchführung und Interpretation der Stimmdiagnostik im Rahmen der Funktionalen Stimmtherapie hoffen.

Die Therapeutenrolle und das therapeutische Setting der Funktionalen Stimmtherapie werden ausführlich erläutert. Hierbei sei angemerkt, dass spätestens im Praxisteil erkennbar wird, wie (selbst)erfahren und reflektiert praktizierende Stimmtherapeuten sein müssen. Die therapeutische Kompetenz eine differenzierte Stimmklanganalyse durchführen zu können, die Fähigkeit adäquate Ziele und Übungen individuell abzuleiten und spontan anzupassen sowie die immer wieder prozesshafte dialogische Form der kommunikativen Interaktion zu realisieren, werden von Föcking und Parrino deutlich herausgearbeitet.

Das Autorenteam betont, dass das Störungsbild einer primären hyperfunktionellen Dysphonie nicht existiere und schließt sich der Aussage Kruses an, die glottische Hypofunktion müsse gezielt behandelt werden. Konsequenterweise sind „(…) kompensatorische Funktionsmuster abzubauen und die Stimmmuskeln zu trainieren (…)“ (Föcking, Parrino 2015, S. 45).
Die 150 praktischen Übungen sind übersichtlich in Kategorien systematisiert. Die Übungskategorien lassen sich den im Theorieteil vorgestellten 12 „Ordnern“ (Klangvorstellung, Hören, Sensorik, Klangorientierung, Glottisfokussierung, Aktivierung der Selbstorganisation, Durchlässigkeit, Brillanz, Vibrato, Rhythmus, Registerkoordination und Unterdruck) zuordnen. Diese ergeben sich aus den Funktionen der Stimmgebung. Bestechender Weise wird in jeder Übung die direkte Arbeit an (der Selbstregulierung) der Stimmfunktion fokussiert. Der Einsatz des Klaviers als wichtigster Bestandteil in der praktischen Umsetzung und der Modus des Tönens könnten für nicht musikalisch ausgebildete Stimmtherapeuten eine Herausforderung darstellen, die es sich aber in jedem Fall lohnt anzunehmen.

Föcking und Parrino benennen einleitend zu jeder Übung die stimmfunktionalen Ziele. Die Durchführungsanleitungen der Übungen sind stichpunktartig gehalten, ermöglichen aber eine konkrete Vorstellung sowie Umsetzung. Die Übungsinhalte und -abläufe werden unter den Stichworten „Hilfen, Variationen, Zu beachten, So geht`s weiter“ ergänzt. Mit wichtigen Hinweisen und Informationen zur Wirkung und den praktischen Einsatzmöglichkeiten runden die Autoren die jeweilige Übung ab.

Hervorragend sind die Audio- und Videodateien, welche als „Extras online“ dem Leser zur Verfügung stehen. Sie belegen eindrücklich die hörbare Klangveränderung auf Glottisebene und geben somit faszinierende Eindrücke ins Kerngeschehen der Stimmfunktionen bzw. Klangentstehung.

Endlich liegt ein Fachbuch vor, das den Reflexionsfragen als unabdingbare therapeutische Intervention ein eigenes Kapitel widmet und eine Auswahl dieser konsequent in jeder Übungsbeschreibung wieder aufgreift. Auch dem häufig vernachlässigten Aspekt des Transfers wenden sich die Autoren in einem komprimierten Kapitel zu.

Frau Föcking und Herr Parrino haben ein Standardwerk für die therapeutische Stimmpraxis geschrieben, welches hoffentlich zukünftig bereits in der Ausbildung zur Pflichtlektüre und stimmpraktischen Umsetzung gehören wird, denn „Arbeit an der Stimme ist Arbeit an der Stimme ist Arbeit an der Stimme …“ (Föcking, Parrino 2015, S. 92).

Stephanie Lehmann
(Diplom-Medizinpädagogin, staatlich geprüfte Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin)
Lehrende im Bereich Logopädie der Ludwig Fresenius Schulen (Berlin)

Die Entwicklungen der funktionalen Stimmpäda­gogik mit ihren interessanten Referenten, Seminarangeboten und Veröffentlichungen unterschiedlichster Art seit Rohmert, Rabine, Kruse, Gross-Janssen, Jacoby – um nur einige zu nennen – zu verfolgen, ist wohl im Bereich der Stimmpädagogik unumgänglich und sinngebend. Um so gespannter ist man, wenn das Team der Kölner Schule für Logopädie des IB aus ihrer langjährigen Lehr- und Stimmbildungserfahrung heraus Aktuelles zur Theorie und Praxis einer funktionalen Stimmtherapie vorstellen will. Um es zusammenfassend vorwegzunehmen: Für jeden mit Stimmtherapie befassten Logopäden ist dieses Buch eine Fundgrube hochqualitativer Art.

Die Autoren sprechen alle Aspekte der Arbeit an der Singstimme an sowie die traditionelle Herangehensweise bezogen auf die Sprechstimme des an einer Dysphonie erkrankten Patienten. Auszüge aus dem Inhalt: theoretische und therapeutische Grundlagen; physiologische Zusammenhänge; die Kunst funktionaler Fragepädagogik; ausführliche Anleitungen zur Durchführung von Übungen, deren funktionaler Bedeutung, Variationen sowie Vorschläge zum weiteren Vorgehen; Arbeitsbögen für eine funktionale Befunderhebung; plus die Theorie und Praxis begleitende Audio und Video Demonstrationen auf „Extras Online”; Service Teil mit Befundbögen; Wahrnehmungsübungen; Fallbeispiele, die die Praxis plastisch darstellen.Die gut beschriebene Vielfalt der sehr detailliert und für den mit Stimmtherapie und eigener Stimmbildung vorerfahrenen Therapeuten gut vorstellbaren Übungen und Methodenbeschreibungen lüftet den „Schleier“, den das berühmte „grüne Buch” von Walter Rohmert (1987) in eher philosophischer Ausprägung umgab. Hier kann man sich Herangehensweisen vorstellen, ableiten und eigene Erfahrungen reflektieren. Das ist eine Wohltat!

Ergänzt wird dies durch einen ausführlichen Theorieteil, der u. a. die Doppelventilfunktion als Basis des glottalen Unterdrucksystems darstellt, den Zusammenhang von Ordnern und Mustern nach H. Haken als Interventionsbereiche der funktionalen Vorgehensweise systematisiert oder auch den Fokus der FST auf die Phonation in einen begründeten Zusammenhang stellt. Schade ist im Kontext der Veröffentlichungen zur Stimmtherapie immer, dass oft aus dem eigenen System heraus sinnvoll begründet wird, aber z. B. Meta Studien wie die von Speyer oder Fratelli oder Bezüge zu anderen verwandten aktuellen Veröffentlichungen oder Behandlungskonzepten zur Einbettung in bereits erworbene klinische Evidenzen fehlen. Funktionale Arbeit aber wird von diesem gut strukturierten, sehr lesbaren, schön visualisiertem Buch umfassend erläutert. Man bekommt viel Lust, immer wieder darin zu stöbern oder besser sich bei den Autoren fortbilden zu lassen. Übungen, die man selber kennt, überdenkt man neu oder findet diese bestätigt. Ich wünsche diesem wunderbaren Lehrbuch viel Erfolg!

Peter Dicks, Aachen

Mit dem Buch des Autorenpaares Föcking und Parrino liegt ein erster, praxisorientierter Leitfaden zum funktionalen Ansatz in der Stimmtherapie vor, der sowohl unerfahrene als auch fortgeschrittene Stimmtherapeuten in die Theorie der Stimmphysiologie aus funktionaler Sicht einführt und wertvolle, strukturierte Anregungen für die direkte Arbeit an der Stimmfunktion liefert.  […]

In Abgrenzung zu einer reinen Gesangs- oder Stimmpädagogik widmen sich 3 Kapitel auf Basis der patientenzentrierten Gesprächsführung nach Rogers und systemischen Ansätzen dem Zusammenhang von Dysphonien und psychischen Aspekten sowie Implikationen für die therapeutische Behandlung.

Der anschließende umfangreiche Praxisteil […] gliedert sich in 17 Übungskategorien, in denen einzelne Übungen mit Zielsetzung, Vorgehen sowie Gedanken zum Transfer anschaulich beschrieben werden. Für Stimmtherapeuten, die in dieser Methode schon Selbsterfahrung sammeln konnten, dient die Zusammenstellung der Übungen als abwechslungsreiches, effektives und kreatives Repertoire in ihrer stimmtherapeutischen Praxis.

Abgerundet wird das Buch durch einen Serviceteil, in dem die Autoren sowohl einen funktional orientierten Anamnese- und Befundbogen als auch Audiobeispiele von Stimmübungen sowie Videodateien von Stroboskopien online zur Verfügung stellen. […]

Es ist den Autoren gelungen, den sehr komplexen Ansatz der „Funktionalen Stimmtherapie“ nachvollziehbar zu beschreiben und Lust auf die direkte, funktionale Arbeit mit der Stimme zu wecken, in dem sie ein umfangreiches Übungsrepertoire zur Verfügung stellen.

Insgesamt sehr empfehlenswert.

Katharina Feldmann, Köln

Seminar

In enger Anlehnung an das Buch bieten wir ein Seminar für Logopäden und Stimmtherapeuten an.